Kontrast zwischen Tradition und Moderne
von Zell am See - Kaprun am 22.09.2008

Rund 60 Touristiker trafen sich auf der Burg Kaprun. Auf den ersten Blick passten Veranstaltung und Veranstaltungsort nicht wirklich zusammen: ein "barcamp", junge Ausprägung des viel diskutierten Web 2.0, in den historischen Räumen der mehr als 800 Jahre alten Burg Kaprun. Doch für die Teilnehmer war gerade dieses Zusammenspiel das Besondere am "castlecamp". Rund 60 Gäste aus Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz nahmen am vergangenen Wochenende teils etliche hundert Kilometer Anfahrt in Kauf, um beim ersten touristischen "barcamp" auf österreichischem Boden dabei zu sein. Unter ihnen: Blogger, Touristiker, Webexperten, Öffentlichkeitsarbeiter und viele mehr.

Modernes Format im alten Gemäuer
Sie alle trafen sich am Samstagmorgen zum Agenda-Setting auf der Burg Kaprun und zeigten sich beeindruckt von der Kulisse: "So ein modernes Format in diesem alten Gemäuer, das ist schon ein toller Kontrast', stellte Helge Fahrnberger, Berater für Social Software und Produktentwicklung aus Wien, fest. Das Ambiente schien die Teilnehmer zu beflügeln, denn in weit mehr als einem Dutzend so genannter "Sessions", die die "castlecamp"-Gäste vor Beginn selbst festgelegt hatten, diskutierten sie an zwei Tagen über Gegenwart und Trends im (e-)Tourismus.

Social Networks im Tourismus
Im typischen "barcamp"-Stil tauschten sich die Besucher trotz ihrer großen Zahl ungezwungen und ohne festgelegte Vortragszeiten aus. Auch Uwe Frers, Geschäftsführer des Reiseportals "tripsbytips" aus Berlin, brachte seine Erfahrungen mit ein und leitete einige Sessions. "Ich glaube stark an Social Networks im Tourismus, weil sich Meinungen hier rasend schnell verbreiten. Es ist entscheidend für alle Anbieter und Leistungsträger, in diesem Bereich aktiv zu sein", lautete sein Fazit. Dr. Andreas Liebrich kam in seinem Vortrag zum 'Online-Informations- und Buchungsverhalten" zu einem ähnlichen Ergebnis. Laut dem Schweizer Wirtschaftsdozenten der Hochschule Luzern werden in Großbritannien bereits 44 Prozent der Urlaubsbuchungen online vollzogen - ein Bereich, in dem die Tourismusregion Zell am See-Kaprun österreichweit führend ist. Weitere Erkenntnisse: Vor allem zahlungskräftige Urlauber zwischen 30 und 40 Jahren geben im Internet eine Bewertung ihrer Reise ab. Gebucht wird meist von Frauen.

"castlecamp" stößt auf große Resonanz
Nicht nur während der Sessions tauschten sich die "castlecamper" aus, auch abseits davon kamen die Teilnehmer ins Gespräch - für Jens Oellrich, Mitbegründer des Weblogs tourismuszukunft.de, ein Hauptgrund seines Besuchs. "Ich bin hierher gekommen, um viele neue Leute kennen zu lernen - schließlich ist es das Prinzip der "barcamps", Netzwerke zu schaffen." Wie Oellrich ging auch "castlecamp"-Gründer Rainer Edlinger mit einem kleinen Stapel neuer Visitenkarten nach Hause. "Ich hätte nicht gedacht, dass das "castlecamp" auf so große Resonanz stoßen würde", freute er sich. "Im nächsten Jahr wird es sicher eine neue Auflage geben" - natürlich wieder auf der altehrwürdigen Burg Kaprun.

Mehr zum "castlecamp" finden Sie auf www.castlecamp.at .

Weitere Informationen:
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